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Testbericht: Liro Color vs. Kindle

27 Mrz

RP Online hat zwei eBook-Reader genauer untersucht. Dabei hat der Tester sowohl den neuen Kindle von Amazon als auch den Liro Color von Trekstor auf Herz und Nieren überprüft.

Gebrauchsanweisungen mit verständlichen Hinweisen

Beide Geräte werden mit einer ziemlich dicken Print-Gebrauchsanweisung geliefert. Das wundert mich ein bisschen, da viele Hersteller der digitalen Lesegeräte eine Gebrauchsanweisung gleich als eBook auf das Gerät laden – das spart nicht nur Druckkosten, sondern macht auch das Paket deutlich leichter. Und mal ehrlich, wer benutzt heute schon Gebrauchsanweisungen?

Der Tester der Rheinischen Post hat es getan und lobt die übersichtliche und verständliche Anleitung – die Anweisungen bieten nämlich alle erdenkbaren Sprachen, der deutsche Teil nimmt dagegen nur wenig Platz ein.

Gemeinsamkeiten der beiden eBook-Reader

Sowohl der KindleeBook-Reader, als auch der Trekstor Liro Colorkosten 99 Euro. Beide Geräte bieten ein Speichervolumen von 2 Gigabyte. Das reicht für 1.400 bis 2.000 eBooks aus. Wer noch nicht genug hat, kann beim Liro Color die Speicherkapazität mithilfe einer Speicherkarte aufstocken, Nutzer des Kindles profitieren dagegen von der kostenlosen Amazon-Cloud, die unbegrenzten Speicherplatz bietet. Beide Geräte sind in der Lage, sich per WLAN mit dem Internet zu verbinden.

Das hat den Vorteil, dass sich die Wunschlektüre schnell, direkt und komfortabel auf den eReader laden lässt, ohne dass das Gerät an den PC angeschlossen werden muss. Das ist vor allem auf Reisen oder generell unterwegs praktisch.

Gravierende Unterschiede bei den Geräten

Nach der Abhandlung der Gemeinsamkeiten folgen nun die Unterschiede – und die sind gravierend. Im wahrsten Sinne, denn es geht um das Gewicht. Der Kindle eReader wiegt 170 Gramm. Der Trekstor Liro Color dagegen schlägt mit 345 Gramm zu Buche.

Um einen Vergleich zu haben: Der RP-Tester setzt dieses Gewicht mit einem 500 Seiten starken Taschenbuch gleich. Eigentlich sind die eBook-Reader ja dafür gedacht, dass sie eine ganze Bibliothek aufnehmen können und dabei handlich und leicht sind. Das trifft auf das Trekstor-Modell nicht zu.

Der zweite große Unterschied betrifft die Bildschirmtechnologie. Während beim Trekstor Liro Color ein LC-Display mit Hintergrundbeleuchtung zum Einsatz kommt, verwendet der Kindle eReader die eInk-Technologie. An dieser Stelle gewinnt der Trekstor Reader, da der Inhalt farbig dargestellt wird und das eBook deutlich hochwertiger wirkt.

Bedienung beider Geräte

Auch bei der Bedienung unterscheiden sich die beiden Geräte zum Teil erheblich. Beim Kindle Reader gibt es ein Cursorpad, das laut Tester ziemlich umständlich zu bedienen ist. Hier muss sich der Nutzer über einen Balken von Befehl zu Befehl hangeln.

Links und rechts befinden sich Knöpfe, mit denen sich sowohl Tastatur als auch Menü aktivieren lassen. An der Längsseite finden sich Tasten zum Blättern im eBook. Beim Kindle ist negativ aufgefallen, dass sich für das Umstellen in das Querformat nicht ein Lagesensor nutzen lässt, sondern das auch hier einige Cursortasten bedient werden müssen.

Der Liro Color dagegen wirkt mit seinem Touchscreen-Display wie eine technische Offenbarung. Erwähnenswert ist vor allem die liebevoll gestaltete Startseite. Auf der Homepage des Geräts wird ein Wohnzimmer angezeigt, das zu den einzelnen Inhalten führt. Durch einen Tipp auf das Bücherregal gelant der Nutzer beispielsweise zu den gespeicherten eBooks. Ein Tipp auf die Wohnzimmerlampe reguliert die Helligkeit des Displays. Schließlich führt einen das Notebook auf dem Wohnzimmertisch ins Internet.

Vergleich eReader vs. Tablet PC

Zum Schluss räumt der Tester mit der Vorstellung auf, eReader ließen sich mit einem Tablet PC vergleichen. Bei dem Tablet PC ist man gewohnt, dass die durch die Geste aufgerufenen Befehle schnell ausgeführt werden. Der Liro Color reagiert aber behäbiger. Verschmerzbar wird dieser Umstand aber durch den deutlich geringeren Preis, da ein Flachcomputer bis zu 600 Euro kosten kann – also das Sechsfache des Preises für den Trekstor eReader. Ein Tablet PC wiegt außerdem deutlich mehr, rund 650 Gramm.

Meine Meinung

Die anfänglichen Gemeinsamkeiten beider Geräte wie zum Beispiel der Preis, das Speichervolumen oder die Anbindung an das Internet werden schnell durch gravierende Unterschiede entkräftigt.

Das Gewicht spielt bei der Nutzung eines eBook-Readers eine große Rolle. Die 170 Gramm des Kindles sollten hier ein Maßstab sein.

Auf der anderen Seite lässt sich ein Gerät mit Touchscreen einfacher handhaben. Die tolle Idee mit der Startseite des Liro Colors ist eine nette Spielerei, die bei der Bedienung hilfreich ist.

Was bei dem Test aber etwas zu kurz gekommen ist, ist die Akkulaufzeit. Auch hier unterscheiden sich die beiden Modelle. Die Lebensdauer der Batterie wird maßgeblich von der Bildschirmtechnologie beeinflusst. Während der Kindle mit seiner eInk-Technologie nur beim Umblättern Strom verbraucht und damit ohne eingeschaltetem WLAN bis zu vier Wochen ohne eine neue Ladung auskommt, frisst der Liro Color mit seinem TFT-Touchscreen ständig Strom.

Der Tester hat beide Geräte während seiner Zugfahrt getestet, länger wird der Liro Color wahrscheinlich auch nicht ausgehalten haben. Wer ohne Ladekabel in den Urlaub fahren will, sollte sich für den Kindle entscheiden. Wem die Akkulaufzeit egal ist und wer nachts im Bett ohne Zusatzlampe lesen will und Wert auf eine einfache Bedienung legt, sollte sich für eine Variante wie den Trekstor Liro Color entscheiden.


 
 

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  1. Gino

    27. April 2012 um 22:07 Uhr

    Gefaellt mir sehr die Seite. Schone Themenwahl.

     
  2. Aktuelle eBook-News zum Thema eReader und eBooks | eBooks-lesen.net

    19. Oktober 2012 um 13:58 Uhr

    [...] der Liro Mini mit einem 4-Zoll-Display. Ein weiteres Gerät ist der Liro Color II, Nachfolger vom Liro Color sowie ein 8-Zoll-Tablet. Sowohl der Liro Color als auch das Liro Tab laufen mit dem Betriebssystem [...]