Der eReader Icarus eXcel zeichnet sich durch ein besonders großes 9,7-Zoll-Display aus. Bei der Bildschirmtechnologie hat sich der Hersteller auf die bewährte eInk-Technologie verlassen. Mit einer Bildschirmauflösung von 1.200 x 825 Bildpunkten liegt die Auflösung aber um einiges höher als bei herkömmlichen eBook-Readern. Für wen eignet sich das Gerät und welche Vor- und Nachteile bietet der eReader?
Testbericht nach baugleichem Modell
Das Modell ist baugleich mit dem eReader Onyx Boox M92. Der einzige Unterschied zu diesem eReader besteht in der veränderten Betriebssystem-Version. Der Testbericht bei Digital-Readers.de bezieht sich folglich auch auf dieses Modell. Einen sehr ausführlichen Testbericht habe ich zudem bei CME.AT gefunden.
Navigation und WLAN
Navigiert wird über den Touchscreen. Außerdem ist das Lesegerät für eBooks mit einem WLAN-Modul ausgestattet. Besonders praktisch ist die Notizfunktion, die über einen Eingabestift gesteuert wird. Im Lieferumfang sind eine Kurzanleitung, der Eingabestift, das USB-Kabel und ein Stromadapter enthalten. Ein Plus für den großen Lieferumfang. Der Eingabestift ist aber notwendig, da es sich hier nicht um einen kapazitiven oder Infrarot-Touchscreen handelt. Dafür ist die Bedienung genauer und schneller. Allerdings kann der Stift nicht in das Gehäuse integriert werden.
Die Bedienung: Wer den Reader nicht über den Touchscreen bedienen will, kann auch den 5-Wege-Joystick an der rechten Seite des Displays bedienen. Positiv ist, dass er gut mit dem Daumen bedienbar ist, allerdings sind die Kanten laut Testbericht etwas scharf. Links finden sich vier gummierte Tasten: Menü, Zurück und zwei Blättertasten.
Mit dem großen Display und der höheren Bildschirmauflösung eignet sich der Icarus eXcel eReader besonders gut für Fachliteratur. Über den berührungsempfindlichen Bildschirm kann der Nutzer komfortabel Notizen erstellen und Markierungen einfügen. Von der Bauform erinnert das Gerät an einen Tablet-PC. Trotz des hohen Gewichts von 528 Gramm liegt der große eReader gut in der Hand. Das schwarze Gehäuse ist glatt und glänzt. Das bedeutet, dass sich hier Fingerabdrücke schnell abzeichnen.
Darstellung von PDF-Dokumenten
Vorteilhaft für das Lesen von Fachbüchern mit Grafiken ist natürlich das große Display und die hohe Bildschirmauflösung. Das Lesegerät punktet damit auch bei der Darstellung von PDF-Dateien. Bei den PDF-Dokumenten lassen sich die weißen Ränder abschneiden, damit nur die Schrift sichtbar ist. Mehr noch: Über die Funktion PDF-Reflow, die sonst nur bei dem Sony Reader anzutreffen ist, kann die PDF-Datei in eine Text-Datei umgewandelt werden.
Schnelle Verarbeitung und Datenspeicher
Herzstück des Icarus eReaders eXcel ist ein 800-MHz-Prozessor. Ihm gelingt es, auch größere, bildlastige Dokumente schnell zu verarbeiten. Zwar dauert das Laden von großen Dateien länger, beim Umblättern hat der eReader aber die Nase vorn. Laut Testberichten sogar bei Seiten, die bis zu 500 MB groß sind.
Der Benutzer kann sich über einen großzügigen Speicher von vier Gigabyte freuen. Lediglich bei der Software gibt es noch einige Stabilitätsprobleme, die sich aber wohl mit den nächsten Updates beheben lassen sollten.
Lautsprecher, Anmerkungen und Leseprogramme
Der integrierte Mono-Lautsprecher auf der Rückseite bietet kein genussvolles Klangerlebnis, allerdings ist die Tonqualität ausreichend. An der Unterseite lässt sich über eine Wippe die Lautstärke einstellen. Über einen 3,5-mm-Klinkenanschluss kann man sich Musik aber auch über handelsübliche Kopfhörer anhören.
Anmerkungen lassen sich bequem über handschriftliche Notizen oder die virtuelle QWERTZ-Tastatur machen. Allerdings ist die Tastatur nicht so übersichtlich, da die Tasten keine Ränder haben. Die Handschrifterkennung ist ein nettes Feature, sie funktioniert aber nur ungenau. Der Browser funktioniert gut, könnte aber noch ein bisschen übersichtlicher sein. Nutzt man das Querformat des Readers, können Webseiten sehr gut dargestellt werden.
Für unterschiedliche Dateien stehen unterschiedliche Leseprogramme zur Auswahl. Damit punktet das Gerät vor allem in der großen Unterstützung verschiedener Dateiformate.
Fazit:
Für professionelle Anwender, Studenten, Akademiker ist die Größe des eReaders ideal. Auch die Notizfunktionen, die komfortable Steuerung und das schnelle Laden von größeren Dokumenten ist sehr vorteilhaft. Für das genussvolle Konsumieren von Romanen unterwegs stelle ich mir die 9,7 Zoll Bildschirmgröße, die vergleichbar mit einem Tablet PC ist, etwas unhandlich vor. Da das Gerät mit Pearl Ink arbeitet, also nur verschiedene Graustufen darstellen kann, muss der Nutzer auf farbige Grafiken verzichten.
Kritik gab es auch für die wenig intuitive Benutzung. Für eine flüssige Bedienung ist eine Gewöhnung an das Gerät und Technikaffinität gefordert. Ein weiteres Problem: Sowohl einzelne Menüpunkte als auch das Handbuch sind lediglich in englischer Sprache verfügbar. Vielleicht spendiert der Hersteller bald ein Software-Update. Die wichtigsten Funktionen werden in einem deutschen Benutzerhandbuch erklärt, das auf der Homepage von Icarus zum Download bereitsteht.
Das Gerät ICARUS eXcelkostet ca. 380 Euro.
Testbericht zum handlichen Icarus Pocket eBook-Reader | eBooks-lesen.net
16. Oktober 2012 um 14:08 Uhr
[...] Blog habe ich bereits den mit mehr als 9,7 Zoll großen Display riesigen Icarus eXcel vorgestellt. Bei CME.At habe ich nun einen Testbericht für ein weiteres Modell aus dem Hause [...]