Wer sich mit einem Buch hinsetzt, um genüsslich zu lesen, tut das gewöhnlich für sich allein. In Zeiten des Web 2.0 und der Interaktion über sogenannte Soziale Netzwerke wie Facebook oder den Microblogging-Dienst Twitter wird aber auch das Leseerlebnis zu einem “sozialen” Event. Die Plattform BookLikes macht sich diesen Umstand zunutze und vernetzt Leseratten deutschland- und weltweit.
BookLikes richtet sich an alle, die das Lesen lieben und neue Bücher entdecken wollen. Das Netzwerk will dabei behilflich sein, die optimalen Bücher für einen zu finden, indem es passende Vorschläge macht. Für den Algorithmus muss das Netzwerk aber erst einmal mit Daten gefüttert werden.
Registrierungsprozess über unterschiedliche Kanäle
Der Nutzer hat die Möglichkeit sich über Facebook oder Twitter einzuloggen. Anders als bei dem heute gestarteten Musikstreaming-Dienst Spotify ist dieser Weg der Anmeldung aber keine Pflicht, ein herkömmlicher Registrierungsprozess steht ebenfalls zur Auswahl. Ich habe mich mit dem eBooks_lesen Twitteraccount angemeldet. Danach muss man aber trotzdem Name, Benutzername, E-Mail-Adresse und Passwort angeben. Nun steht dem Nutzer ein virtuelles Bücherregal zur Verfügung. Ziel ist es, nicht nur seine Lieblingsautoren zu sammeln, sondern – ähnlich wie bei Facebook und Twitter – auch anderen Lesern mit den gleichen Interessen zu folgen. Man merkt an der etwas holprigen Übersetzung, dass es sich noch um eine Betaversion handelt.

Die hier gefundenen Bücher können über Twitter, Facebook oder LinkedIn empfohlen werden. Im Leseprofil erscheinen dann die Buchempfehlungen. Um etwas mehr über den jeweiligen Geschmack zu erfahren, werden dem Nutzer ein paar Bücher vorgeschlagen, zu denen beispielsweise die “Herr der Ringe” Trilogie von J.R.R. Tolkien oder Klassiker wie “Der Fänger im Roggen” von J.D. Salinger zählt. Sollte man diese Bücher kennen und gelesen haben, kann man sie mithilfe eines Fünf-Sterne-Systems bewerten. Diese Bücher erscheinen dann automatisch in dem virtuellen Bücherregal.

Das Besondere ist, dass man nicht nur angeben kann, welche Bücher man gerade liest, sondern auch, welche Bücher man sich wünscht und welche Bücher man noch lesen will. Fügt man ein neues Buch dem Leseregal hinzu, entscheidet man sich für die Varianten “gelesen”, “vorhaben”, “jetzt” oder der Möglichkeit, das Buch den Lieblingsbüchern, der Wunschliste oder einer privaten Liste hinzuzufügen. Steht das Buch erst einmal im Regal, kann man sich ansehen, welche anderen BookLikes Mitglieder das Buch ebenfalls im Regal zu stehen haben. Klickt man auf das Buch, erscheint eine Kurzbeschreibung und eine Preisliste unterschiedlicher Anbieter und ob das Buch neu, benutzt oder als eBook erhältlich ist. Schließlich wird der Nutzer noch gebeten, eine Rezension zu schrieben, um die eigene Meinung den anderen Plattformteilnehmern mitzuteilen.
Meine Meinung
Für eine Betaversion sieht BookLikes schon sehr ordentlich aus, lediglich an der Übersetzung mangelt es noch. Zwar wird das Team hinter dem sozialen Netzwerk vorgestellt, die Beschreibungen der einzelnen Personen sind aber noch auf Englisch. Die Optik gefällt mir sehr gut, das Design wirkt liebevoll und absolut passend zur Thematik. Schaut man sich die Seite allerdings zum ersten Mal an, unterscheidet sie sich nicht sonderlich von einem Webshop für eBooks.
Die Idee finde ich aber sehr spannend und auch die Möglichkeit, die Bücher direkt nach einem Preisvergleich zu kaufen, ist überaus praktisch. Allerdings finde ich den Anmeldeprozess etwas umständlich. Schließlich ist es aber sinnvol, ein spezialisiertes Netzwerk für Bücherfans einzurichten, da Informationen zu der aktuellen Leseliste oder persönlichen Rezensionen in Netzwerken wie Twitter, Google+ oder Facebook schnell zwischen den vielen anderen Informationen verloren gehen. Ähnlich geht übrigens auch Readmill vor – ein Service, den ich später gesondert vorstellen werden.
Bildquellen:
aboutpixel.de / social network © Sergei Brehm
und zwei Screenshots der Plattform
Die textunes eBooks App für iPad, iPhone oder iPod touch | eBooks-lesen.net
3. Mai 2012 um 12:34 Uhr
[...] die Lieblingsbücher als Favoriten zusammenstellen lassen. Die textunes App fördert das sogenannte „Soziale Lesen“. Zitate können entweder per Mail oder über Facebook geteilt werden. Der Nutzer kann seine Freunde [...]
Readmill und andere Commuties für das soziale Lesen | eBooks-lesen.net
7. Juni 2012 um 09:59 Uhr
[...] meinem Artikel über BookLikes, das Netzwerk für Leseratten, habe ich bereits über das sogenannte „Soziale Lesen“ [...]
Die Frankbooks App fördert Social Reading und ist interaktiv | eBooks-lesen.net
19. Juli 2012 um 15:59 Uhr
[...] mit den Protagonisten auszutauschen und auch untereinander über die Story zu reden. Soziales Lesen wird damit auf eine höhere Stufe gestellt, denn wer kann schon von sich behaupten, mit den [...]
Plattform CollWriting lädt zum gemeinsamen eBook-Schreiben ein | eBooks-lesen.net
26. Juli 2012 um 10:21 Uhr
[...] habe auf diesem Blog bereits über das Phänomen “Social Reading”, also dem Teilen des Lese-Erlebnisses, berichtet. Der Österreicher Johann Kunz bringt das Soziale, [...]