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[eBook-News KW7/2013]: Media Control, E Ink Holding, eBook-Charts, günstige eBooks mit Werbung, Txtr Beagle und Farb-eReader

15 Feb

KW7_2013Heute geht es in den eBook-News vor allem um die neuen Umsatzzahlen im Buchhandel und einen Rückblick auf die eBook-Charts 2012. Auch die Umsätze eines wichtigen eReader-Displayherstellers sind Thema des Artikels. Darüber hinaus könnten wir eBooks bald günstiger oder sogar kostenlos erhalten, wenn wir Werbung innerhalb der Lektüre akzeptieren. Schließlich will ich noch auf den Txtr Beagle, einen Prototypen eines neuen Farb-eReaders und die Aufreger der Woche eingehen. Die drehen sich diesmal ausschließlich um Amazon.

Media Control mit neuen Zahlen zum eBook-Verkauf

Media Control veröffentlicht neue eBook-Verkaufszahlen für 2012. Die Marktforscher haben herausgefunden. dass sich der Absatz im Gegensatz zum Vorjahr um das Zweieinhalbfache erhöht hat. Insgesamt wurden 12,3 Millionen eBooks verkauft. die hohen Verkaufszahlen haben sogar dazu geführt, den Verlust bei Printbüchern auszugleichen. Zum Vergleich: 2011 wurden nach Angaben von Media Control lediglich 4,9 Millionen eBooks verkauft. Auch der Durchschnittspreis der eBooks ist gesunken. Er liegt nun bei 8,61 Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 9,56 Euro. Die meisten eBooks wurden wenig überraschend im vierten Quartal, also im Weihnachtsgeschäft gekauft. Quellen: Buchreport und Beyond-Print.de.

Umsatzsteigerung bei der E Ink Holding

Totgesagte leben länger, das wird sich wohl die E Ink Holding denken, die allen Prognosen zum Trotz, im Januar 2013 ihren Umsatz um sagenhafte 82 Prozent steigern konnte. Wie ALLESebook.de berichtet, konnte auch Kobo seinen Jahresumsatz steigern. Weitere Erfolgsmeldungen verzeichneten Amazon mit seinen Kindle-Modellen und die Verkaufsplattform eBook.de. Dazu muss aber gesagt werden, dass die E Ink Holding nicht ausschließlich eReader-Displays, sondern auch LC-Displays verkauft.

Media Control veröffentlicht eBook-Charts 2012 – Da fehlt doch was?

Seit dem letzten Jahr werden auch Charts der eBook-Verkäufe veröffentlicht. Media Control hat nun die Hitliste des vergangenen Jahres präsentiert. Die Belletristik-Charts werden von der Shades of Grey Trilogie von E.L. James angeführt. Sie wurde vor allem als eBook bekannt, da die Sado-Maso-Thematik wohl eher auf den anonymen eReader gelesen wurde, ich berichtete. Ansonsten zeigen die Auflistung wenig Überraschungen, allerdings fehlen die Self-Publishing-Titel, die mindestens genauso erfolgreich wie einige der genannten Titel sind.

Belletristik

  1. E.L. James: Geheimes Verlangen
  2. E.L. James: Gefährliche Liebe
  3. E.L. James: Befreite Lust
  4. Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
  5. Luca Di Fulvio: Der Junge, der Träume schenkte

 

Sachbücher

  1. Philippe Pozzo di Borgo: Ziemlich beste Freunde
  2. Walter Isaacson: Steve Jobs
  3. Rolf Dobelli: Die Kunst des klaren Denkens
  4. Volker Kitz und Manuel Tusch: Psycho? Logisch!
  5. Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg

 

(Quelle: e-book-news.de)

eBookPlus bietet eBooks kostenlos oder preisreduziert an – finanziert durch Werbung

Ein US-Startup hat sich zum Ziel gesetzt, unter dem Namen eBookPlus eBooks kostenlos oder günstiger anzubieten. Finanziert werden soll das Ganze laut ALLESebook.de durch Werbeeinblendungen. Statt wie beim Sperrbildschirm von Amazons Kindle werden die Werbungen während des Lesens im Kapitel eingeblendet. Dadurch sollen die Verlage vor Umsatzverlusten geschützt werden. Allerdings funktioniert die Beta-Version bislang noch nicht.

Vorstoß in Sachen Farb-eReader: Ricoh zeigt neuen Prototyp

Seit fast drei Jahren werkelt das japanische Unternehmen Ricoh an einem Farb-eReader. Auf einer Messe präsentierte das Unternehmen nun einen neuen Prototypen. Zu den Merkmalen gehört das kleine 3,5-Zoll-Display und der langsame Bildwechsel. Mehr als drei Sekunden vergehen, bis das Bild komplett dargestellt werden kann. Ricoh will die Geschwindigkeit optimieren und bald einen Prototypen mit einem größeren Display vorstellen. Wie ALLESebook.de vermutet, kann es bis zu einer Markteinführung noch sehr lange dauern. Das folgende Video zeigt den Prototypen.

Wie aus dem Txtr Beagle doch noch ein echter eReader werden könnte

Wie in diesem Testbericht bereits behandelt, ist der Txtr Beagle kein wirkliches Lesegerät im herkömmlichen Sinn. Er zeigt nämlich nur Bilder an, kann höchstens fünf eBooks gleichzeitig speichern und ist etwas kompliziert in der Handhabung, da die Buchseiten vorher auf das Bildformat umgewandelt werden müssen. Wie man aus dem Schnäppchenreader aber doch noch einen “echten” eReader zaubern kann, vermutet Nate Hoffelder von The Digital Reader. Mit der richtigen Software – er spricht hier von dem 2010 eingeführten MicroTouch – ließen sich richtige eBook-Seiten für den Beagle generieren. Einen Hack gibt es allerdings noch nicht.

Aufreger der Woche: Amazons Valentinstagsaktion und die Leiharbeiterdebatte

Noch bis Sonntag bietet Amazon im Rahmen einer Valentinstagsaktion Liebesschmöker im eBook-Format für 0,99 Euroan. Schaut man sich den normalen Preis aber an, wird deutlich, dass man lediglich 3 Cent spart. Wie Johannes von lesen.net vermutet, will Amazon mit der Aktion seinen eigenen Verlag Amazon Crossing fördern, unter dem die eBooks erschienen sind.

Am Mittwochabend wurde in der ARD eine Reportage ausgestrahlt, in der es um die Arbeitsbedingungen bei Amazon in Deutschland ging. Von Ausbeutung und falschen Lohnversprechungen war die Rede. Mehr über die Hintergründe bei lesen.net. Ein Shitstorm auf Facebook und ein Aufruf zum Boykott waren die Folge. Tatsächlich werden in Deutschland viele Leiharbeiter in Unternehmen ähnlich schlecht behandelt. Vergessen werden darf aber dabei nicht, dass es sich hier um Saisonarbeiter handelt. Seinen regulären Mitarbeitern zahlt Amazon im ersten Jahr mehr als 9 Euro brutto, im zweiten Jahr sind es schon über 10 Euro brutto – und das für ungelernte Arbeitskräfte. Ich kenne viele in meinem Bekanntenkreis, die mit einem Universitätsabschluss in den Anfangsjahren nach dem Studium deutlich weniger verdienen. Das Ganze sollte also etwas differenziert betrachtet werden. Wer Versandkostenfreiheit, schnelle Lieferzeiten und Billigangebote verlangt, sollte sich auch über die Konsequenzen im Klaren sein. Und ja, ich nehme am Affiliate-Programm von Amazon teil und nein, ich kann die Leiharbeitspraxis so nicht gutheißen. Einen schönen Artikel habe ich dazu bei Mobile Geeks gefunden.


 
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