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[eBook-News KW06/2013]: Amazon Coins, Icarus eReader, Senioren, Amazon-Umsatz und Apples Vorstoß in Sachen Self-Publishing

08 Feb

Keywords zu den eBook-News der KW6 2013Diese Woche war, was News im Bereich eBooks und eReader angeht, mehr als ereignisreich. Amazon führt ab Frühling eine neue Währung ein, es gibt neue eReader von Icarus, Studien haben gezeigt, dass Ältere auf Tablets besser lesen können und Amazon überrascht alle mit seinen Umsatzzahlen in Deutschland. Außerdem macht sich Apple langsam für Indie-Autoren stark und Amazon will einen Marktplatz für gebrauchte digitale Güter einführen. Schließlich berichte ich noch kurz über die Stimmung im stationären Buchhandel und es gibt zum Anschluss zwei kuriose Kurzmeldungen. Inhalt: Bücher auf Rezept und ein kreativer Amazon-Protest. Ich wünsche ein erholsames Wochenende und viel Zeit zum Karneval feiern bzw. lesen, lesen, lesen!

Amazon führt eigene Währung ein

Amazon plant ab Mai eine eigene virtuelle Währung. Zuerst haben US-amerikanische Kunden die Möglichkeit, statt mit richtigem Hartgeld mit sogenannten Amazon Coins zu zahlen. Zielgruppe sind in erster Linie Nutzer von dem Amazon-Tablet Kindle Fire. Der Vorteil für Amazon: Kunden gehen in Vorkasse, sie kaufen sich die Coins wahrscheinlich als Bündel. Die digitale Währung soll den Nutzer außerdem dazu verleiten, mehr einzukaufen. Fazit: Mit den Amazon Coins sollen die Nutzer noch stärker an die Plattform gebunden werden. Warum die Coins zum “Rohrkrepierer” werden könnten, schreibt BASIC thinking.

Neue 6- und 8-Zoll-eReader von Icarus

Ohne Touchscreen, dafür aber mit zwei verschiedenen Displayformaten kommen bald die neuen eReader des niederländischen Unternehmens Icarus heraus. Der Icarus Essence ist mit einem 6-Zoll-ePaper-Display versehen. Das Gerät wird rund 80 Euro kosten und ist mit 220 Gramm sehr schwer und noch nicht einmal mit WLAN ausgestattet. Die Auflösung von 600 x 800 Pixel ist in Ordnung. Interessanter ist dagegen der Icarus8 mit einem 8-Zoll-Display und 1024 x 768 Pixeln Auflösung. Hier gibt es wenigstens WLAN und eine Audiofunktion. Das Gerät soll rund 150 Euro kosten. Der Marktstart wurde für März angesetzt, allerdings zunächst in den Niederlanden. Der 8-Zoll-Formfaktor ist sehr interessant, vor allem für Nutzer und Leser von PDF-Dokumenten. (via eBook-Fieber und ALLESebook.de)

Senioren können auf Tablets besser lesen

Eine interessante Studie von Linguisten und Buchwissenschaftlern verschiedener Universitäten hat die Lesegewohnheiten der 21- bis 77-Jährigen analysiert. Dabei untersuchten sie in einer Testgruppe den eigentlichen Lesevorgang auf drei verschiedenen Medien: Tablet, eReader und gedrucktes Buch. Während viele in der Befragung angaben, lieber auf gedruckten Büchern zu lesen, sah es in der Kontrolle ganz anders aus. Senioren konnten beispielsweise besser auf dem Tablet lesen. Mithilfe von Eyetracking-Verfahren konnte aufgezeigt werden, dass Senioren den Text auf Tablets besser erfassen können. Grund dafür könnte das bessere Kontrastverhältnis durch die Hintergrundbeleuchtung sein. Keine Relevanz hatte übrigens der eReader, weder bei den jüngeren noch bei den älteren Testpersonen. Grafiken und mehr Hintergrund bei lesen.net. Mehr zum Test selbst bei e-book-news.de.

Umsatzzahlen von Amazon sorgen für Überraschung – und Verwirrung

Die aktuellen Umsatzzahlen von Amazon haben in dieser Woche für Überraschung gesorgt. Deutschland ist nach Mitteilung der US-Börsenaufsicht angeblich der wichtigste Absatzmarkt für Amazon im Ausland. Das ist verwunderlich, schließlich galt lange Zeit Großbritannien als wichtigster Auslandsmarkt des US-Unternehmens. Mit einem Umsatzvolumen von fast 30 Milliarden Euro kontrolliert Amazon rund 22 Prozent des deutschen Versandhandels. Der Buchanteil soll bei 60 bis 70 Prozent liegen, womit Amazon knapp 20 Prozent des deutschen Buchmarktes beherrschen soll. Damit verdient Amazon mehr als die deutschen Buchhandelsketten Weltbild, Thalia und andere zusammen. Konkrete Zahlen gibt es bei ALLESebook.de. Etwas kritischer mit den Zahlen setzt sich Exciting Commerce auseinander.

Apple macht sich für Self-Publishing stark

Während Amazon mit seinem Programm Kindle Direct Publishing schon lange ein attraktives Angebot für Selbstverleger hat, hat sich der weitere Platzhirsch auf dem Gebiet der eBooks – Apple – lange zurückgehalten. Zwar können Selbstverleger hier ihre Bücher anbieten, einen prominenten Stellenwert haben sie damit aber noch nicht erreicht. Damit soll nun Schluss sein. Die neu eingeführte Rubrik im iBookStore heißt “Breakout Books”, über die Indie-Autoren zunächst einmal nur in den USA ihren Durchbruch planen können. Die hier vorgestellten eBooks kosten unter 5 US-Dollar, wurden anhand ihrer Bewertungen ausgewählt und bedienen verschiedene Genres. Selbst verlegte eBooks werden hier in den Mittelpunkt gestellt. Mehr über das Modell bei e-book-news.de.

Kurzmeldungen: Patent für gebrauchte Güter und enttäuschender eReader-Absatz

Amazon hat ein Patent für den Handel von gebrauchten digitalen Waren erhalten. Dabei kommt laut eBook-Fieber ein Verfahren zum Einsatz, mit dem sich die Häufigkeit der Ausleihe beschränken lässt. Wir können also auf einen professionell organisierten Marktplatz mit “gebrauchten” eBooks hoffen.

Was viele nicht wissen: Im stationären Buchhandel werden auch eReader verkauft. Scheinbar scheint die Botschaft nicht oder nur spärlich durchgesickert zu sein, die Sortimenter sind laut Buchreport-Bericht enttäuscht von der geringen Resonanz der Kunden. Auch wenn sie im Laden beraten werden, kaufen sie eBooks und eReader doch lieber im Internet. Falls doch eBook-Reader verkauft werden, ist die Marge für den Händler zu gering. Erschreckend: Die Buchhandlungen haben im Dezember 2012 durchschnittlich lediglich fünf Geräte verkauft. Der Grund, warum viele bei Amazon und Co einkaufen, liegt vielleicht einfach an den günstigeren Preisen und der höheren Verfügbarkeit.

Kurioses zum Schluss: Amazon-Angriff und Bücher auf Rezept

Zum Schluss noch zwei kuriose Meldungen. Ein Berliner Künstler hat laut t3n seinen Kindle so präpariert, dass er dem Amazon-Chef ständig E-Mails über seinen Lesefortschritt sendet. Damit wehrt er sich gegen die Spionage, die durch eReader-Software mehr oder weniger heimlich durchgeführt wird. Die Mails werden es wohl nicht durch den Spam-Filter schaffen, dennoch eine gelungene Aktion.

In Großbritannien sollen bald Bücher gegen Depressionen verschrieben werden, wie das Branchenmagazin Buchreport berichtet. Allerdings wird es sich bei den Büchern auf Rezept um Sachbücher und nicht um schöngeistige Romane handeln.


 
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  1. [eBook-News KW12/2013]: Kindle-Rabatt, Hörbuch-Funktion, Studien, Send-to-Kindle, Icarus8 und Leipziger Buchmesse | eBooks-lesen.net

    22. März 2013 um 16:47 Uhr

    [...] weitere interessante Neuigkeit von ALLESebook.de: Der eigentlich bereits seit diesem Monat geplante Icarus8, ein eBook-Reader mit 8-Zoll-Display, wird voraussichtlich erst im April verfügbar sein und 140 [...]