In dieser Woche überschlugen sich die News zum Thema eBook förmlich. Aufsehen erregte die Meldung, dass ein Kindle eReader mit beleuchtetem eInk-Display geplant ist. Dann hat die US-Justiz Klage gegen Apple und fünf Verlage eingereicht, die illegale Preisabsprachen bei eBooks getroffen haben sollen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf das sogenannte Agency-Modell, das wahrscheinlich bald der Vergangenheit angehört – wenn auch nur durch Beschränkungen. Schließlich bieten eBooks zahlreiche Möglichkeiten, die mit einem gedruckten Buch nicht möglich sind. Damit hat sich der Focus näher befasst.Â
Ist der nächste Kindle eReader mit einem beleuchteten Display ausgestattet?
Der Nachteil der herkömmlichen eInk-Display bei eReader ist, dass sie nicht hintergrundbeleuchtet sind und der Nutzer bei schlechten Lichtverhältnissen eine zusätzliche Lesequelle zum Lesen benötigt. Wie Techcrunch berichtet, scheint Amazon nun an einem neuen Kindle zu arbeiten, der mit einem beleuchteten eInk-Display ausgestattet ist. Allerdings soll es sich bei dem Licht eher um einen leichten „Glow“ handeln und nicht – wie das bei Tablet PC üblich ist, um ein grelles LED-Hintergrundlicht. Dieser angenehme Lichtschein wird durch die Verwendung eines kühlen Lichts erreicht.
Ich bin auf die weitere Entwicklung gespannt. Wenn ich abends mit dem iPad lese, regele ich die Helligkeit ganz herunter oder wähle die Nachtansicht, bei der weißer Text auf schwarzem Untergrund angezeigt wird. Neuesten Gerüchten zufolge soll auch der Nook von Barnes und Noble mit der praktischen Technologie ausgestattet sein. CME.at berichtet in diesem Artikel davon.
Streitigkeiten um Preisgestaltung von eBooks
Lange schon schwelte der Preiskampf auf dem US-amerikanischen eBook-Markt. Die Justiz hat sich die Preisgestaltung von Unternehmen wie Apple etwas genauer angesehen und Unstimmigkeiten festgestellt. Nun ist es amtlich: Apple wird wegen unerlaubter Preisabsprachen verklagt. Der Hersteller für iPad, iPhone und Co soll sich mit fünf großen Verlagen abgesprochen haben, um sich gegen Konkurrenten wie Amazon durchzusetzen. Es wird vermutet, dass Kunden jahrelang zu viel für ihre Lektüre gezahlt haben.
Über die Entwicklung schreibt unter anderem die FAZ und Hintergründe sind auf der Online-Plattform der Süddeutschen nachzulesen. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat sich Apple mit fünf Verlagen auf höhere Preise geeinigt, damit sich die Nutzer von eBooks nicht an die niedrigen Preise bei Amazon gewöhnen (in den USA gibt es keine Buchpreisbindung wie bei uns in Deutschland). Logisch, dass Apple da mitmacht, denn an den höheren Preisen verdient das Unternehmen mit – 30 Prozent pro eBook. Da die Verlage höhere Preise ansetzte, musste Amazon erneut verhandeln und es wurde zunehmend schwerer für den Online-Handelsriesen, die eBooks zu Schleuderpreisen zu verkaufen. Das Kartellamt beschäftigt sich jetzt eingehend mit dem Fall.
Verlage wollen sich vom Agency-Modell verabschieden
Im Zusammenhang mit der Kartellklage steht auch die Entscheidung dreier US-Verlage, sich gegen das Agency-Modell zu wenden. Drei Verlage, die schon länger von der Justiz beobachtet wurden, haben im Rahmen der Anklage einem Vergleich zugestimmt. Wie der Buchreport berichtet, dürfen die Händler nun wieder Rabatte auf Bücher der Verlage gewähren, sind dabei aber auf den üblichen Prozentsatz von 30 % beschränkt. Für den Marktriesen Amazon bedeutet das, dass er wieder preiswertere Kindle eBooks dieser Verlage anbieten kann. Damit soll eintreten, weshalb sich die Verlage illegal zusammengeschlossen haben – eine Marktbeherrschung des eBook-Marktes durch Amazon.
Meiner Meinung nach hat das Agentur-Modell die Weiterentwicklung auf dem eBook-Markt ausgebremst und das digitale Medium für die Verbraucher unattraktiv gemacht. Es bleibt spannend, wie sich diese Geschichte weiterentwickelt.
Zukunft von eBooks
Der Focus hat sich intensiv mit dem Phänomen eBooks auseinandergesetzt und zeigt in diesem Artikel, wie sich Verlage wie Bastei-Lübbe die Zukunft digitaler Medien vorstellen. Ein gelungenes Beispiel für die Möglichkeiten, die das Medium bietet, zeigt sich bei der Apocalypsisreihe, die ich Ostermontag ebenfalls vorgestellt habe.
Besonders spannend finde ich das Zusammenbringen von Hörbuch und Textedition. Dadurch passt sich das Leseerlebnis viel besser den Bedürfnissen des Lesers an. Die 13-teilige Reihe gibt es auf verschiedenen Plattformen. Neben dem Kindle-Shop beispielsweise auch im iBookstore von Apple.