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Der PocketBook Touch 622 eReader im Test

24 Apr

Der PocketBook 622 eBook-Reader im TestDer ukrainische Hersteller PocketBook will mit seinem eReader Touch 622 einen ernsthaften Konkurrenten zu Kindle & Co auf den Markt bringen. Ob das Modell mit eInk-Display wirklich den hohen Ansprüchen genügt, haben die Tester von CME.AT genauer überprüft.

Materialien, Rahmen und Bedienung

Bei der Verpackung wird auf einen ähnlichen Kunststoff wie beim Kobo Touch zurückgegriffen, der sehr hochwertig wirkt. In der Front des Geräts ist der Kunststoff matt. Das sieht nicht nur gut aus, sondern bietet auch eine angenehme Haptik. Der Kunststoff auf der Rückseite ist rutschfest, somit liegt der eReader gut in der Hand.

Wie beim Kobo Touch und beim Sony PRS-T1 eReader wurde der Rahmen schlank gehalten, damit das eBook-Lesegerät seine kleinen Dimensionen beibehält. Für Touchdisplays hat dies aber den Nachteil, dass der Nutzer häufig unabsichtlich auf den Bildschirm fasst.

Die Bedienung erfolg beim PocketBook Touch 622 nicht nur über den Touchscreen, sondern auch über die vier Tasten in der Front. Hier kann der Nutzer schnell auf den Homescreen zugreifen, nach links oder recht blättern und die Optionen aufrufen. Wie die österreichischen Tester anmerken, lassen sich die Knöpfe sogar blind bedienen.

LED-Leuchte, Anschlüsse und Prozessor

Eine Besonderheit des Pocket Book eReader ist die grüne LED zwischen den Tasten. Sie blinkt auf, sobald das Gerät arbeitet. Die Lampe lässt sich ausschalten, falls sich der Nutzer von ihr gestört fühlt.

Zu den Anschlussmöglichkeiten gehört ein microSD-Speicherkartenslot, ein Resetknopf, ein Power-Knopf und ein Anschluss für microUSB. Laut Testerurteil ist dieser Anschluss etwas schwergängig. Abgerundet wird die Unterseite noch von einem herkömmlichen 3,5mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer. Für das geringe Gewicht und den kleinen Preis muss der Nutzer aber auf Extra-Lautsprecher verzichten.

Herzstück des PocketBook Touch eReader ist ein 800-MHz-Prozessor mit einem Arbeitsspeicher von 128 MB – eine gute Ausstattung für zügiges Arbeiten. Für die virtuelle Bibliothek stehen 2 Gigabyte zur Verfügung, die aber dank microSD-Karte auf bis zu 32 Gigabyte aufgestockt werden können. Das Gerät kann per WLAN mit dem Netz verbunden werden. 3G bzw. UMTS gibt es nicht. Auch ein Lagesensor für das automatische Umstellen auf Quer- oder Hochformat fehlt.

Display und Benutzerfreundlichkeit

Das Besondere an dem PocketBook ist das Display. Die Auflösung des 6-Zoll großen Bildschirms liegt zwar standardmäßig bei 800 x 600 Bildpunkten – bei dem Touchscreen-Display haben die Entwickler in der Ukraine aber auf die kapazitive Technik gesetzt (zum Vergleich: Amazons Kindle, der Reader von Sony und Kobos Touch Reader arbeiten mit einem gitterförmig angelegten Infrarot-Touchscreen). Der kapazitive Touchscreen kommt beispielsweise bei modernen Smartphones und Tablet-PCs zum Einsatz. Der Vorteil: Das Gerät reagiert sehr schnell auf Eingaben.

Diese Technik hat allerdings auch einen Nachteil. Denn das Display reflektiert deutlich mehr als die Reader-Displays mit den Infrarotsensoren. Wie die Redaktion von CME.AT feststellt, konnte dieser Nachteil beim PocketBook Touch nicht nachgewiesen werden. Geräte mit kapazitiven Touchscreen müssen nicht darauf achten, dass das Display tief eingebaut ist. Beim Kindle, Kobo Touch oder Sony Reader erkennt man die Vertiefung des Displays, die bei einem bestimmten Winkel einer Lichtquelle unschöne Schatten wirft.

Bei der Benutzerfreundlichkeit gibt es Abzüge. So finden die Tester, dass der Homescreen etwas überladen ist. Auf der anderen Seite kann das Lesegerät bei der Darstellung von PDF-Dateien punkten. Der Nutzer muss zwar ein separates Menü ansteuern, um den sogenannten PDF-Reflow wie beim Sony-Reader zu aktivieren. Dafür wird der Benutzer aber mit einer userfreundlichen Darstellung belohnt.

Bücherfans, die gern fremdsprachige Literatur konsumieren und bei unbekannten Wörtern auf das Wörterbuch ausweichen müssen, werden sich sicher an der etwas umständlichen Bedienung stören. Schließlich loben die Tester die Text-to-speech-Funktion, bei der sich der Nutzer das Buch einfach vorlesen kann.

Browser und Übertragung von eBooks

Der integrierte Browser läuft ganz gut, allerdings kann die Seitenbreite nicht angepasst werden. Interessant ist die Feedreader-Funktion, die sich aber noch im Teststadium befindet. Grundsätzlich finde ich eine solche Funktion auch sehr praktisch, für das Lesen seiner Newsfeeds benötigt der Nutzer aber eine Internetverbindung per WLAN. Unterwegs in seinem Feedreader zu stöbern, fällt damit zum größten Teil aus.

Die Tester wagen vorsichtige Prognosen zur Akkudauer, die in einem solchen Test nicht wirklich beurteilt werden kann. Laut Hersteller reicht eine Akkuladung des PocketBooks Touch 622 für 8.000 Seiten Lesespaß. Das scheint realistisch zu sein. Bücher müssen über den PC auf das Gerät übertragen werden, allerdings arbeiten die Entwickler an einer Shoplösung, die direkt vom eReader angewählt wird.

Fazit

Schwachpunkte des eBook-Readers sind die schwammige Menüführung, die nicht – wie wir das ja seit Einführung smarter Mobiltelefone gewohnt sind – intuitiv gestaltet wurde. Der Zugriff auf das Wörterbuch ist auch unnötig kompliziert. Positiv hervorzuheben ist der Lesebetrieb, der stabil und zuverlässig läuft. Schließlich zeichnet sich das Gerät auch durch seine sorgfältige Verarbeitung aus.

Während ich diesen ausführlichen und mit zahlreichen Bildern gespickten Testbericht gelesen habe, wurde ich immer neugieriger – besonders auf den Preis der kleinen Wunderwaffe unter den eBook-Readern mit Touch-Display. Allerdings kostet der Pocketbook Touch 622eBook-Reader 159 Euro. Ich weiß, dass das kein hoher Preis ist. Bedenkt man aber, dass der neue Kindle Touch 129 Euro (ohne 3G/UMTS) kostet und Geräte wie der Kobo Touch zu Aktionspreisen von 99 Euro verkauft werden, dann ist der Preis ganz schön deftig. Wird die Shop-Anbindung aber richtig ausgebaut und noch einige Software-Nachbesserungen vorgenommen, könnte sich das Lesegerät an der Spitze etablieren. Denn das kapazitive Touchscreen-Display ohne die sonst störenden Spiegelungen ist schon eine Art Alleinstellungsmerkmal.


 
 

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  1. Pocketbook A 10 Tablet-PC zum Lesen von eBooks ideal | eBooks-lesen.net

    31. Juli 2012 um 11:50 Uhr

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