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Brauchen wir separate eBook-Charts?

29 Apr
Brauchen wir Charts für eBooks?

Quelle: aboutpixel.de | Platz 1 bei Spiegel (c) Sebastian Engel

Wir kennen sie alle: Die Musikcharts, die Taschenbuch-Charts und die Charts für Sachbücher oder Hardcover-Bücher. Die digitale Variante “eBook” wurde bislang ausgeklammert. Media Control hat bereits auf der Leipziger Buchmesse über eine separate eBook-Hitliste gesprochen. Auf welcher Grundlage werden diese Bestseller-Listen erstellt? Mehr noch: Brauchen wir eBook-Charts?

Idee einer eBook-Chartliste nicht brandneu

Nun ist es amtlich: Die Top 20 der meistverkauften eBooks sollen parallel zu den Hardcover- und Taschenbuch-Charts der Sachbücher und Belletristik von Spiegel Online erscheinen. Die Idee ist aber nicht neu. Wie man bei e-book-news.de nachlesen kann, hat Media Control bereits vor zwei Jahren eine derartige Liste geplant. Die Umsatzzahlen beim eBook sind zwar immer noch weit von denen in den USA entfernt, 2010 waren sie aber so gering, dass Media Control den Plan verwarf und die eBook-Charts abschaffte. Die Lancierung der neuen Bestseller-Liste wurde nun 2012 groß angekündigt und von einem ernstzunehmenden Medienecho begleitet. Doch so neu ist die eBook-Liste nicht. Shops wie iTunes oder Amazon haben schon lange ihre eigenen Verkaufslisten für iBooks und Kindle-Bücher.

Was bilden derartige Bestsellerlisten ab?

Stefan Winterbauer von Meedia hat sich die eBook-Liste auf Buchreport genauer angesehen und ihm fiel auf, dass sie von den Kindle-Listen abweichen. Liegt es daran, dass die Charts bei Amazon aktueller sind oder Media Control die Verkäufe aller Buchhändler einkalkuliert? Die “neue” Bestsellerliste berücksichtigt darüber hinaus nicht die Indie-Autoren oder Heftromane im eBook-Format, die für weniger als drei Euro verkauft werden. Winterbauer meint, dass Media Control weniger das tatsächliche Kaufverhalten abbildet, als vielmehr das Wunschdenken der Verlage. Deshalb unterscheiden sich die Charts auch nicht so stark von den Hardcover- und Taschenbuch-Listen. Stellt sich die Frage, ob wir diese Bestsellerliste überhaupt benötigen.

Der Sinn von Charts ist eigentlich, den Verlagen aufzuzeigen, welcher andere Verlag mit seiner Publikation mehr Erfolg hat. Denn über genaue Verkaufszahlen wird in Buch- aber auch in Musikkreisen beharrlich geschwiegen. Die Listen bilden damit nur ab, von welchem eBook es mehr Verkäufe gab. In umsatzschwachen Zeiten können damit auch digitale Medien mit wenigen Verkäufen an der Spitze landen. Sind diese Zahlen dann wirklich aussagekräftig?

Das Manko der eBook-Charts

Auf Nachfrage erklärte Media Control, das sie schon Handelsplattformen wie iTunes oder den Kindle-Store berücksichtigen würden, die Bücher aber ab 2,60 Euro kosten müssen und eBooks ausgeschlossen werden, die nur auf einer einzigen Plattform erhältlich sind. Die aktuelle Liste vom April zeigt die Verkäufe vom Monat Februar an, da die Händler ihre Verkaufszahlen erst am Ende des Monats bekannt geben.

Wie man an der unten stehenden Liste erkennen kann, dominieren Krimis und Fantasybücher. Die eBooks der Top-7-Liste sind mit dem Kindle-Shop von Amazon verlinkt.

Die 7 beliebtesten eBooks im Februar

1. Charlotte Link: Der Beobachter (Blanvalet)
2. Luca Di Fulvio: Der Junge, der Träume schenkte (Bastei Lübbe)
3. JonasJonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (Carl’s Books)
4. Jussi Adler-Olsen: Das Alphabethaus (dtv)
5. Stieg Larsson: Verblendung (Heyne)
6. Henning Mankell: Der Feind im Schatten (Paul Zsolnay Verlag)
7. Melanie Metzenthin: Die Sündenheilerin (Piper)


 
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